arbeitsgruppen

1. Hilfseinsätze

Immer wieder starten Freiwillige aus Potsdam und Umgebung Hilfseinsätze in ganz Griechenland. Wir unterstützen finanziell, bei der Vorbereitung und Umsetzung von praktischer Hilfe für Menschen auf der Flucht. Wenn ihr plant aktiv zu werden, meldet euch gern bei uns.

 

Kontakt: helfen@potsdam-konvoi.de


2. „50 aus Idomeni“

Das Ziel dieser AG war es, die ursprünglich in Osnabrück gestartete Kampagne 50 aus Idomeni auch in Potsdam zu verwirklichen und darüber hinaus an einem Deutschland- und EU-weiten Netzwerk der Kampagne zu arbeiten um ein deutliches Signal zu setzen: die Zivilgesellschaft ist bereit dazu den Flüchtenden zu helfen. Es ist uns in Zusammenarbeit mit vielen anderen lokalen Engagierten gelungen die Stadtverordnetenversammlung zu überzeugen, einem entsprechenden Antrag zuzustimmen. Potsdam hat zwei Anträge zur Aufnahme von Geflüchteten aus europäischen Randstaaten mehrheitlich angenommen.

Der Oberbürgermeister wurde beauftragt, sich für Familienzusammenführungen und für die Aufnahme von schutzbedürftigen Flüchtlingen aus Griechenland einzusetzen.

Der von der Rathauskooperation von CDU,SPD und den Grünen eingebrachte und fraktionsübergreifend beschlossene Antrag sieht vor, dass sich OB Jakobs bei den zuständigen Stellen in Bund, Land und EU dafür stark machen soll, dass derzeit in Griechenland unter menschenunwürdigen Bedingungen lebende Familienmitglieder zu ihren Angehörigen nach Deutschland einreisen dürfen. Dies ist eigentlich bereits geltendes Recht, jedoch findet eine Umsetzung derzeit kaum statt, was für viele Familien eine große Belastung und zusätzliches Leid bedeutet.

Auch der Antrag der Linken und der Partei die aNDERE wurde mit großer Mehrheit angenommen. Dabei ging es darum, die im September 2015 bereits von der EU beschlossene Umverteilung von Flüchtlingen über das sogenannte „Relocation“-Programm endlich umzusetzen.

Potsdam ist die erste Stadt in den neuen Bundesländern, die durch diesen Beschluss ein deutliches Zeichen gegen rechts und für Menschlichkeit setzt.

Hintergrund: das Relocation-Programm
Im September 2015 haben die EU-Staaten gemeinsam beschlossen bis Mitte 2017 insgesamt 160.000 schutzbedürftige Personen aus Griechenland und Italien in anderen Mitgliedstaaten aufzunehmen, Deutschland hat daran einen Anteil von rund 27.500 Personen. Dieses wird aber nur schleppend umgesetzt. Diese Randstaaten und besonders Griechenland als eines der ärmsten Länder Europas mit dieser sich verschlimmernden Situation allein zu lassen ist verantwortungslos und ungerecht. Es ist politisch angemessen eine faire gesamteuropäische Lösung anzustreben.

In Spanien hat sich bereits auf kommunaler Ebene das Netzwerk „Städte der Zuflucht“ gebildet: Barcelona, Valencia, Madrid, Zaragoza u.a. haben ihrer Regierung gegenüber eine klare Ansage gemacht, dass sie zur weiteren Aufnahme von Flüchtlingen bereit sind.
In Deutschland zeichnet sich eine ähnliche Entwicklung ab: Der Rat von Osnabrück hat am 14. Juni 2016 mit großer Mehrheit beschlossen, sich für die Umverteilung Geflüchteter aus Griechenland und Italien einzusetzen. Auch in anderen Städten fordern Bürger*innen ihre Kommunen dazu auf Flüchtlinge aufzunehmen. Die Mannheimer Initiativen haben beantragt 550 Menschen aus Griechenland und Italien aufzunehmen. Die Stadt Potsdam, gemeinnützige Organisationen, Kirchengemeinden und unzählige Ehrenamtliche unterstützen die Ankommenden in einem Maß, wie es kaum jemand für möglich gehalten hätte. Wir sind uns sicher: Hier ist auch Platz für weitere Personen!

Eile ist geboten, denn wie sollen die Menschen den nächsten Winter in den griechischen Unterkünften überstehen? Die humanitäre Katastrophe ist nicht weit weg von uns, sondern nur weit weg aus unserem Bewusstsein.

Für Potsdam ist dies eine große politische, wirtschaftliche und nicht zuletzt humanitäre Chance, ein weiteres Mal unter Beweis zu stellen dass wir bunt und weltoffen sind. Wir haben als Stadt die Möglichkeit ein Zeichen gegen rechts zu setzen für Menschlichkeit und Willkommenskultur!