Lächeln, Regen

Camp-Koordinatorin für Kalochori und unsere Ansprechpartnerin gab un sam ersten Tag einen Einblick in ihre Arbeit und die aktuelle Lage im Lager
Diane gibt uns einen Einblick in ihre Arbeit und die aktuelle Lage im Lager – © Anne Isensee, 2016

Mit unterschiedlichen Erwartungen sind wir heute zum ersten Mal in das Lager in Kalochori gefahren, um uns erstmal einen Überblick verschaffen zu können. Es regnete. Zwar nicht in Strömen, doch genug, dass das Wasser durch die  provisorisch aufgespannten Schatten- & Regen-Einrichtungen auf die Zelte und den Boden tropft. Einige Zelte sah man schon von Weitem. Sie stehen vor der riesigen Lagerhalle auf dem Steinboden, weil der Patz in ihr nicht ausreicht. Wie zu erwarten war, reihen sich in der Halle die Zelte dicht an dicht. Hier ist es zwar etwas wärmer, doch selbst durch das Hallendach tropft der Regen an mehreren Stellen. Der Unterrichtsraum ist zu dieser Jahreszeit permanent unter Wasser, Kinder springen barfuß durch Pfützen, Schuhe und warme Kleidung sind rar und die an einigen Stellen eingetretenen Wände erzählen von Frustration, Ungeduld und Schmerz der Flüchtenden. Der Winter steht vor der Tür. Dazu kommt, dass die Flüchtenden kürzlich die Termine für die Beantragung ihrer Asylanträge bekommen haben: Viele müssen nur für dieses erste Gespräch länger als ein halbes Jahr warten.
Um die vielen Ideen und Träume der ehrenamtlichen Camp-Koordinatorin Diane in reale Projekte umzusetzen fehlt es vor allem an Freiwilligen, aber auch an Geldern. Diese werden immer weniger, unter anderem „weil die Medien nicht mehr darüber berichten“, erklärt uns Diane. Momentan leben 470 Menschen in dem Lager, davon sind 220 Kinder unter 15 Jahren. Es fühlt sich sehr richtig an hier zu sein, morgen geht es endlich los. Wir freuen uns darauf, in den kommenden Tagen mehr zu berichten und dort anzupacken, wo alles nach Hilfe schreit!

Idomeni gilt als geräumt – Problem gelöst?

Ganz und gar nicht.

Wir von Potsdam-Konvoi sind aus dem griechisch-mazedonischen Grenzgebiet in der Nähe von Idomeni zurückgekehrt. Für zwei Wochen waren wir in den inoffiziellen Camps Hara/BP und Eko sowie in einigen Militärlagern unterwegs und haben die Flüchtenden vor Ort unterstützt. Der Hilfebedarf ist auch nach der Räumung von Idomeni und den anderen inoffiziellen Lagern riesig. „Idomeni gilt als geräumt – Problem gelöst?“ weiterlesen

Alltag vor der Grenze

Viele Flüchtende leben nach der Räumung von Idomeni noch immer in „wilden Camps“ nahe der Grenze an Rastplätzen, Tankstellen, in verfallenen Häusern oder auf Feldern.

Viele der Helfer aus Idomeni sind abgereist oder haben sich anderen, weiter entfernten Projekten zugewandt. Doch viele der Flüchtenden sind nicht in die offiziellen Lager gegangen – sie verharren weiter in unmittelbarer Nähe zur Grenze: „Alltag vor der Grenze“ weiterlesen

Erste Eindrücke

Wir von Potsdam-Konvoi arbeiten derzeit für die Flüchtenden in den inoffiziellen Camps der Region, die nach der Räumung von Idomeni in anderen selbst organisierten Camps verstreut sind. Gespendete Kleidung und Medikamente sortieren und verteilen, Essen zubereiten und eine erste Orientierung in der Organisation der freiwilligen Hilfe Nordgriechenlands waren unsere ersten praktischen Tätigkeiten.  „Erste Eindrücke“ weiterlesen